Holzbackofen / Steinbackofen heizen
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Die benötigte Holzmenge ist von der Backfläche, eigentlich sogar vom Backraumvolumen und der gewünschten Arbeitstemperatur abhängig. Die genauesten Zahlen erhält man durch eigene Versuche. Die folgenden Angaben sind grobe Erfahrungswerte, verdeutlichen aber ungefähr die benötigten Mengen.
Für eine Fläche von 60 x 90 (100) cm benötigt man ca. 14 kg trockenes Fichtenholz für sehr hohe Hitze; Pizza und ähnlich Kurzgebackenes (über 320°).
9 kg reichen für reines Brotbacken bei ca. 260° - 280° Grad, für Brot in geschlossenen Kastenformen (Pumpernickel und Co.) reicht sogar noch weniger Temperatur (120° fallend), allerdings braucht man sehr lange die Wärme, muß also die Wände gut „durchheizen“ und sollte daher von oben kommend auf die ideale Temperatur warten oder vorher z. B. freigeschobene Brote backen. Da alle Hölzer ähnliche Heizkraft haben, braucht man von Harthölzern im Gewicht etwas mehr als bei Fichte / Tanne; im Volumen macht sich der Unterschied nicht so sehr bemerkbar. Harthölzer entwickeln deutlich weniger Qualm.
Mit wenig Holz anheizen und dann mehrfach nachlegen. Diese Technik sorgt für wenig Rauchentwicklung, wichtig bei enger Bebauung (Nachbarn). -
Das Holz sollte am Tag vorher in den Ofen eingelegt werden, damit es mit der Restwärme vom letzten Backen weiter durchtrocknen kann, soweit man Restwärme hat und die Rauchentwicklung noch geringer wird.
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Nasses Holz hat einen Heizwert, der gegen Null tendiert. Die Verbrennungstemperaturen sinken, und der "ausgekochte" Wasserdampf kondensiert anschließend im Schornstein oder bereits innerhalb des Backraumes.
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Trockenes Holz hat ca. 10% - 15% und weniger Restfeuchte. Der Heizwert von Holz steigt mit sinkender Restfeuchte und liegt um die 4,0 - 4,5 kWh/kg bei 15% Restfeuchte.
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Wenn man höhere Heizwerte findet, so sind das meist die Werte für den „oberen Heizwert“, der auf einer Restfeuchtenvon „NULL“ basiert und damit fast unrealistisch ist, da Holz hygroskopisch ist, also die Fähigkeit hat, Wasser (aus der Luft) wieder aufzunehmen. Damit wird sich der Wassergehalt im Holz der Umgebung(-sfeuchte) am Lagerort anpassen; ähnlich einem Schwamm. Die Pappel ist der mit Abstand schlechteste Wärmelieferant.
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Zum Heizen des Backofens sollte man sehr kleine (im Durchmesser) und lange Scheite nehmen, weil die Glut schneller entsteht und die Glut langfristig die Hitze bringt / Heizzeit 1,5 - 2,5 Stunden. Die schicken, dicken, kurzen Scheite aus der Kaminszene brennen sehr schön lange und verlängern die Heizzeit unnötig; nachspalten bringt hier einiges.
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Bei Minustemperaturen werden einige kg (2-3) mehr Holz und auch etwas mehr Zeit benötigt, weil die Differenz von Minusgraden zu 15° - 25° Grad eben Energie benötigt; daraus folgt: Wer täglich den Ofen nutzt, braucht wegen der Resthitze (50° - 80° Grad) weniger Holz als der „Gelegenheitsheizer“.
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Nach etwa 2 Stunden werden Temperaturen von über 300°C im Backraum erreicht. Die noch vorhandene Glut wird mit einer Aschekrücke herausgezogen. Mit einem Besen wird die Backfläche sauber gefegt. Die Abstehzeit von etwa 30 Minuten ist wichtig für die gleichmäßige Hitzeverteilung im Stein. Um das Backgut vor Ascheresten zu schützen und es einfacher einschießen zu können, ist Backpapier unter dem Backgut bestens geeignet und kein Sakrileg.
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Zwischen 2 Backgängen 2 Minuten lüften, um Feuchtigkeit zu entlassen und dann 7-10 Minuten warten damit die Hitze wieder steigt. Zum Nachheizen für den nächsten Backvorgang muß eventuell wieder Holz nachgelegt und abgebrannt werden. Es ist mit einer Heizzeit von ca. 1 Stunde und wieder einer Abstehzeit von etwa 30 Minuten zu rechnen.
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Holzarten „ohne Inhaltsstoffe“ sind: Ahorn, Birke, Buche, Erle, Esche, Fichte, Kiefer, Robinie, Tanne, Ulme
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Holzarten mit verfärbenden Inhaltsstoffen sind: Red "Cedar", Douglasie ("Oregon Pine"), Hemlock, Lärche, Meranti (Dark Red), Merbau, Teak.
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Gerbstoffreiche Holzarten und damit weniger gut zur Lebensmittelherstellung geeignet sind: Eiche (auch Kork), Kastanie, Kirsche, Okume ("Gaboon"), Redwood, Zeder.
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Es ist durchaus nicht völlig egal, wo das verwendete Holz herkommt:
Wer jemals gesehen hat, wie Wein(-berge) und Obst(-plantagen) mit Chemie „gewürzt“ werden, wird das Holz kaum noch zum Herstellen von Lebensmitteln benutzen, sogar im offenen Kamin kommen da Bedenken? Die Rinden sind bei vielen (fast allen) Bäumen extrem belastet und sollten dringend gemieden werden, egal von welchem Baum sie stammen. Interessanter Link (nicht nur für Tierhalter?): Gesundheit für Pferd und Rind.
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ABER keine Panik:
Erst einmal in die Jahre gekommen, ist das Holz von Sonne, Wind und Wetter ausgelaugt und lösbare oder flüchtige Inhaltsstoffe werden dadurch abgebaut. Abgelagertes Holz ist daher für Tier und Mensch stets vertäglicher. Frisches Holz ist also nicht nur zu feucht. -
Man(n) / Frau braucht reichlich Raum für ein Holzlager. Die richtige Lagerung von Holz ist durchaus eine Kunst. Wer mit Holz heizen / backen will, der muß vorausschauend wirtschaften. Der Jahresbedarf wird in großen Holzmieten (-stapeln) gelagert und mit einer Abdeckung vor Regen und Schnee geschützt.
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Es gibt mindestens drei große Holzstapel, die jeweils den Brennstoffbedarf für ein Jahr abdecken. Der älteste Stapel wird schließlich verheizt, und damit ist sichergestellt, daß das Holz mindestens 2 Jahre Zeit zum Trocknen hat. Wer Platz hat, sollte sich zur weiteren Verbesserung des Holzes (ausgasen) auch mehr Stapel leisten.
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Die optimale Holzlagerstätte für unser Backofenholz liegt auf der Südseite, geschützt vor Regen und Schnee, luftumspült und bekommt reichlich Sonne. Die richtige Lagerung des Brennholzes ist eine der wesentlichen Vorausetzungen für das Heizen. Nur so läßt sich gewährleisten, dass optimale Heizwerte erzielt werden und Schadstoffe aus den Lebensmitteln ferngehalten werden.
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Spalten Sie deshalb das Holz in Holzscheite (Umfang 8 - 10 cm; Durchmesser ca. 2 - 3 cm) und lagern Sie es ca. 3 - 4 Jahre lang vor Regen und Feuchtigkeit geschützt. Holz braucht bewegte Luft zum Trocknen. Der Keller, irgendwelche unbelüfteten Innenecken an Gebäuden oder eine geschlossene Garage sind für die Trocknung nicht geeignet. Das Brennholz sollte deshalb an einem luftigen, sonnigen und trockenen Ort aufgeschichtet und vor Schlagregen geschützt gelagert werden.
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Nun rechnen wir ein bischen:
einmal je Woche mit ca. 20 kg Holz backen, also auch 1 - 2 mal nachfeuern, um den Ofen gut zu nutzen
= 50 x 20 kg = 1.000 kg Holz / Jahr
= 5 - 6 Tonnen im Vorrat
1 rm Fichtenbrennholz entspricht einem Gewicht von
ca. 507 kg x 0,7 = 355 kg, also werden hier ca. 3 Kubikmeter Holzvolumen pro Jahr benötigt,
bei einer Vorratshaltung für 4 - 5 Jahre sind das ca. 15 Kubikmeter.
Zur besseren Verdeutlichung des Volumens:
Ein Mercedes Sprinter (ca. Bj. 2005) mit Hochdach und langer Karosse hat etwa diese Volumen als Ladevolumen.
1 rm Buche Brennholz entspricht einem Gewicht von
ca. 755 kg x 0,7 = 528 kg hier würden nur ca. 2 Kubikmeter Holzvolumen pro Jahr benötigt, bei einer Vorratshaltung für 4 - 5 Jahre sind das aber doch noch 10 Kubikmeter.
Zur Erinnerung: die Lagerzeit von mehr als 3 - 4 Jahren wird zur „Entgasung“ und zur Trocknung benötigt. -
Die Gewichte beziehen sich auf Holz mit einer Restfeuchte unter 20% also eigentlich noch zu nass für den Backofen, aber eben durchaus handelsüblich für „Kaminholz“; entsprechend müßten die Lagervolumina etwas erhöht werden.
Der Schüttraummeter (SRM) ist noch dramatischer:
er hat einen Volumenfaktor von nur 0,5 des Festmeters. Allerdings wären die hier üblichen Holzstücke auch deutlich zu kurz für die Belange des Holzbackofens.
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aus Wikipedia
Der Raummeter (rm) oder Ster ist ein Raummaß für Holz und die gebräuchlichste Maßeinheit beim Handel mit Brennholz. Ein Raummeter (1 Ster) entspricht einem Würfel von einem Meter (1 m) Seitenlänge, also einem Rauminhalt von einem Kubikmeter (1 m³) 1-metriger, geschichteter Holzscheite, einschließlich der Zwischenräume in der Schichtung. Der Holzanteil im Inhalt eines Raummeters ist von der Stückgröße und -form, sowie der Sorgfalt beim Aufsetzen abhängig und kann somit schwanken. Gewöhnlich entspricht 1 Raummeter ca. 0,7 Festmeter. Dabei handelt es sich um Holz mit einer Kantenlänge von 1m. Früher wurde das Holz im Wald auf einen Meter abgelängt, damit der Förster oder Waldbesitzer dann genau die Holzmenge abmessen konnte.
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Fazit: Nimm das alte, abgelagerte, inzwischen unansehnliche Holz vom Nachbarn, der noch nie die alten Bäume gespritzt hat.